Mit einem Überraschungsbesuch beim “Tag der deutschen Immobilienwirtschaft” haben wir heute die Kampagne “Wir wollen Wohnungen!” gestartet.

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Mit einer Gruppe von 20 Aktiven des Bündnis Zwangsräumung Verhindern haben wir am Nachmittag kurz nach 18 Uhr den Tagungsort der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom angesteuert. Mit Schildern, lauten Parolen, allerhand Schnipsel und Wurfmaterial konnten wir ordentlich Eindruck schinden. Derweil tauchten immer mehr Menschen vor dem Gebäude auf, sperrten die Straßen ab und versuchten den Konferenzteilnehmer*innen ins Gebäude zu folgen, was zunächst auch gelang. Nur der sehr ruppig vorgehende Sicherheitsdienst konnte verhindern, dass die Eingänge komplett gestürmt wurden. Zeitweise vibrierten die Scheiben der Glasfassade im Takt der darauf hämmernden Hände.

Nach dem Eintreffen der Polizei machten sich die Leute auf Umwegen in Richtung des Berliner Stadtschlosses auf, in dem mit dem “Berliner Schlossabend” die Abschlussveranstaltung des Immobilientages stattfinden sollte. Dort wurde vor dem bereits panisch gesschlossenen Haupteingang am Schloßplatz eine Sitzblockade eingerichtet. Die Immobilienhanseln konnten nur unter wüsten Beschimpfungen und Konfettiregen ins Schloss gelangen. Nach einer Weile wurde der Eingang zum Schlossabend auf die andere Seite des Schlosses Unter den Linden verlegt. Auch dort gelangten dann aber Protestierende hin und die Rufe schallten bis in den Innenhof des Schlosses.

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Leute von der Presse berichteten, dass sie eine Stunde lang nicht mehr aus dem Konferenzgebäude gelassen wurden. Dazu wurden Verhaltenstipps durchgesagt, wie man den reagieren sollte, wenn man auf “uns” trifft. Nett grüßen und freundlich sein hieß es dann, und überhaupt hätten die Proteste überhaupt nichts mit den Eigentümer*innen zu tun, sondern nur mit der Politik. Das ist natürlich Quatsch und entscheiden auch immer noch wir.

Nach einer Weile wurde dann eine große Gruppe Immoschweinchen im Polizeikessel zum nördlichen Eingang des Schlosses (Stil rostige Drehtür) gebracht. Ein ganz nettes Bild gibt es hier.

In der Pressemitteilung zur Aktion erläutert Sarah Walter den Kampagnenstart: “Ob Wohnungslose, Zwangsräumungsbedrohte oder Mieter*innen: Wir werden in Zukunft dort auftauchen, wo mit Wohnen Profit gemacht wird und wo die  politischen Entscheidungen getroffen werden. Dort werden wir unsere  Forderungen laut und hartnäckig vortragen: Wir wollen Wohnungen!“

Zum Start der Kampagne gibt es jetzt auch ein Video:

Am Schlossplatz veranstaltete die Kampagne Berlin für Alle eine weitere Kundgebung, die sich ebenfalls gegen die Berliner Wohnungs- und Stadtpolitik richtete und den Unsinn des Baus eines Schlosses in Zeiten der Wohnungkrise thematisierte. Beide Aktionen vermischten sich dann und machten den Abend zu einem guten Auftakt für einen kraftvollen Sommer gegen steigende Mieten und Verdrängung. Wir wollen Wohnungen! Berlin für alle!

Das Neue Deutschland berichtet mit Video über die Aktionen, genauso wie die Immobilien-Zeitung und Leftvision mit einem Video.

Fotos der Aktionen seht ihr bei neukoellnbild, Kietzmann und Umbruch Bildarchiv.

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Wir wollen Wohnungen! – die Kampagne startet